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Landschaf(f)t nutzen
Eine Ausstellung zum Thema Landnutzungswandel und Bioenergie
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Landschaf(f)t nutzen
Eine Ausstellung zum Thema Landnutzungswandel und Bioenergie
12. März - 28. November 2010 im Freilichtmuseum Hessenpark

Bioenergie weltweit

Das Problem der nachhaltigen Energieversorgung ist nicht nur ein Problem für Deutschland oder Europa, sondern ein weltweites. Deshalb wird die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen immer wichtiger. In verschiedenen Ländern der Erde werden die unterschiedlichsten Pflanzen angebaut, um daraus Energie zu gewinnen. In Ländern wie Brasilien und Indonesien ist die Energiepflanzenproduktion bereits zu einer der wichtigsten Einkommensquellen geworden.

 

Zuckerrohr

Zuckerrohr wird hauptsächlich in Südamerika angebaut. Brasilien ist mit einer jährlichen Ernte von knapp 500 Millionen Tonnen der weltweit größte Produzent. Neben Zucker wird aus Zuckerrohr Bioethanol gewonnen. In Brasilien enthalten alle handels-
üblichen Treibstoffe 20 bis 25 Prozent Bioethanol. Der größte Teil der dort neu zugelassenen Autos ist mit Motoren ausgestattet, die mit bis zu 100 Prozent Bioethanol angetrieben werden können. Brasilien ist das Land mit dem weltweit höchsten Anteil an Biokraftstoffen, wobei Bioethanol bei den heutigen Rohölpreisen deutlich preiswerter ist als herkömmliches Benzin.

 

Zuckerrohr

Palmöl

Palmöl ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen wird. Die wichtigsten Anbauländer sind Malaysia und Indonesien. Dort werden über 85 Prozent der Weltproduktion hergestellt. Die Ölpalme hat einen sehr hohen Ertrag an Öl und damit an Energie. Ein Hektar Ölpalmenplantage liefert einen Ertrag von 4 bis 6 Tonnen Palmöl im Jahr. Bei Raps sind das nur 1,5 bis 2,5 Tonnen je Hektar. Biodiesel aus Palmöl hat als weiteren Vorteil, dass er dem herkömmlichen Diesel problemlos beigemischt werden kann.

 

Ölpalme

Flächenkonkurrenz beim Anbau von Energiepflanzen

Zur Produktion von Palmöl und Bioethanol werden immer mehr Flächen für deren Anbau nachgefragt. In den Hauptanbauländern für Zuckerrohr und Ölpalmen werden dafür auch Regenwaldflächen gerodet. Deshalb ist der Gewinn von Bioenergie aus diesen Rohstoffen ökologisch nicht vertretbar. In Europa dürfen dagegen keine geschützten Flächen oder Wälder für den Anbau von Biomasse gerodet werden. Für den Anbau von Energiepflanzen werden daher in Deutschland Flächen in Anspruch genommen, auf denen vorher Nahrungsmittel oder Viehfutter angebaut wurden. Hier setzt auch die Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung ein. Sie regelt, dass nur solche Rohstoffe verwendet werden dürfen, die aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes aus nachhaltigem Anbau stammen.